ich würde euch ja so gerne Neuigkeiten aus Stötteritz und Umgebung präsentieren, aber es gibt keine, zumindest nicht von meiner Seite aus. An was das liegt? An den Schneemassen. Es war ja schon zwischen Weihnachten und Neujahr so ein Ding, da lag ja auch Schnee, aber da konnte ich wenigstens noch ein bisschen raus. Was dann aber passiert ist, spottet ja jeder Beschreibung.
Nicht, dass ihr denkt, ich will nicht raus, im Gegenteil, aber es ist technisch einfach nicht möglich. Warum? Weil Kleine und Katzen bei einem solchen Wetter diskriminiert werden. Jeder Weg, den die Menschen benutzen, ist fein säuberlich geräumt. Damit die Menschen ja schön von A nach B und wenn sie wollen sogar über C bis hin zu Z gehen können. Und für mich? N I C H T S ! ! !
Kein freier Weg. Weder die Mauer wurde oben beräumt, noch der Durchgang am Zaun oder sonst irgendetwas. Und das Hauptproblem dabei ist ja, dass der Schnee fast genau so hoch ist wie ich. Sprich, ich begebe mich in akute Lebensgefahr, wenn ich raus gehe: Erstens herrscht auf dem hochalpinen Gelände akute Lawinengefahr und zweitens verschwinde ich auch so fast ganz im Schnee. Glaubt ihr nicht? Hier der Beweis:
Nun mögen schlaue Menschen sagen: "Karlo, benutze doch die Wege der Menschen." Diesen Schlaumeiern muss ich entgegen halten, dass sie nur gut Reden haben, mit ihren Winterschuhen etc. Wisst ihr, wie das Salz und Streu meine zarten Fußsohlen angreift? Danach kann ich in der Küche als lebende Kartoffelreibe anfangen, so rau sind meine Füße dann.
Also blieb mir in den letzten Wochen nichts anders übrig als zu schlafen, denn die Menschen sind auch den ganzen Tag nicht da. Der gr0ße Mensch schreibt an seiner Diplomarbeit und hockt den ganzen Tag in der Bibliothek (behauptet er zumindest), weil er sich zuhause (wegen mir?) nicht konzentrieren kann. Mein kleiner Mensch rotiert durch die Kliniken in der Uni und ist auch den ganzen Tag nicht da.
Da wünscht man sich doch des Öfteren ein Bär zu sein. Im Herbst fressen wie ein Weltmeister, dass kann ich eh besonders gut. Dann im Winter aufs Ohr hauen und ratzen und im Frühjahr wieder aufstehen und erstmal essen wie ein Weltmeister und dann wieder bei schönem Wetter draußen ein lebenswertes Leben haben.
Nun werde ich jedoch nicht so schnell zum Bären werden, deshalb meine Bitte an euch: Wenn jemand ein Geburtstagsgeschenk für mich sucht oder ein Weihnachtsgeschenk: Ich wünsche mir zwei Paar Langlaufski (das muss man den Menschen ja immer dazu sagen, dass ich zwei Paar benötige) und am besten als Alternative noch zwei Paar Schneeschuhe, sowie einen Lawinenpiepser.
In diesem Sinne hoffe ich, dass ihr mit mir den Wettertanz aufführt und auf besseres Wetter hofft
euer Karlo