Montag, 2. Mai 2011

Ick bin ein Berlina

Liebe Freundinnen und Freunde von Karlos Welt,


ich wurde umgezogen! Ihr frag euch jetzt sicherlich: Wie? Was? Karlo die coole Sau ist nicht mehr in Leipzig? Warum hat er uns nix davon erzählt? Wurde er ins Tierheim gegeben?


Ganz so schlimm ist es nicht gekommen, aber der Reihe nach. Denn ich wusste ja auch nicht, dass ich umziehen muss. Auffällig war, dass der kleine und der große Mensch Anfang des Jahres des Öfteren erst recht spät nach Hause kamen und dann über Vor- und Nachteile, Freigang und S-Bahnen sprachen. Irgendwie habe ich das allerdings auch nicht sonderlich ernst genommen. Eines Tages Ende Februar hieß es: Karlo, pack deine Sachen, du fährst für ein paar Tage ins Ferienlager nach Altenburg. Dabei habe ich mir noch nichts gedacht. Komisch war nur, dass sie meinten, ich solle doch die Zeit draußen noch einmal genießen. Komisch war ebenfalls, dass ich eine neue Reisebox bekam. Jetzt ganz luxuriös und groß. Der große Mensch war doch sonst immer so geizig und meinte, mein Weidenkörbchen würde für die kurze Strecke reichen. Hatte er sich so geändert, nur weil er jetzt Geld verdient, oder hatte er einen Hintergedanken. Natürlich letzteres. Diese Menschen…!


Nach dem ich ein paar Wochen in Altenburg war, wurde ich eines Nachmittags (es war der Geburtstag meines kleinen Menschen) in die Reisebox gesteckt und ab ging die Post. Die Fahrt dauerte diesmal nur viel länger und am Ziel sah alles so anders als in Leipzig aus. Zu Beginn vermutete ich eine Entführung, doch dann sah ich den kleinen Menschen und später kam auch der große nach Hause. Nach Hause? Ja, ich bin jetzt ein Berliner! Meine Menschen mussten dahin, weil sie ja irgendwie mein Futter verdienen müssen, sagen sie. War ja klar, dass ich wieder vors Loch geschoben werde.


Als ob der Kulturschock für so eine kleine Katze nicht ausreicht, wurde mir noch offeriert, dass ich nicht mehr raus kann, da wir jetzt ganz exklusiv im Dachgeschoss wohnen. Toller Mist. Aber die Wohnung ist echt groß, da habe ich schon genügend Platz mich auszutoben. Dem ganzen wurde jedoch die Krone aufgesetzt, als mir am nächsten Tag von der Frau Tierärztin (so nennt sich mein kleiner Mensch jetzt) eine Freundin verschrieben wurde – als Beschäftigungstherapie und damit ich nicht depressiv werde. Zu Beginn war ich ja sehr skeptisch, da Momo, so sollte die kleine Schnöselkatze heißen, auch noch so ein Rasseexemplar war. Dementsprechend habe ich sie auch die ersten Tage mich Verachtung und knurren gestraft - aber sie kann ja auch nichts dafür!


Mittlerweile verstehe ich mich aber doch recht gut mit ihr – sie ist nicht ganz so cool wie ich, aber es passt schon. Sie spielt beispielsweise viel feiner. Ist ja auch ein Mädchen. Sie meint, ich wäre manchmal zu grob, aber das stimmt natürlich nicht. Da sie noch recht jung ist, hat es für mich den Vorteil, dass ich sie noch biegen kann. So lerne ich sie gerade als Weckdienst an und sie macht das schon verdammt gut. Ich setzte mich jetzt morgens immer strategisch gut zum zu füllenden Fressnapf und Momo muss die Faultiere wecken. Das macht sie echt gut und echt zeitig. Da bin ich schon stolz auf meine Meisterschule. Heute hat uns leider der große Mensch verarscht, aber das passiert uns auch nicht noch einmal. Er hat uns vorlaufen lassen und dann die Schlafzimmertür geschlossen. Frechheit! Also ob es zu viel verlangt ist, 5:30 sein bisschen Futter zu bekommen.


Nun gut, dass soll es erst einmal gewesen sein. Ich werde wieder versuchen öfter zu posten, aber leider haben wir bisher noch kein Internet...! Deswegen ist es etwas umständlicher...!


Bleibt fellig


euer Karlo!




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